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Österreich, Niederösterreich und das Waldviertel im speziellen


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Die Dinge über den Kamm zu scheren und ein ganzes Bundesland bzw. Landstriche einer einheitlichen Mentalität zuzuordnen ist nicht nur falsch und gefährlich, sondern bedient auch dieselben Denkmuster, die es zu kritisieren gilt.
Dennoch muss man sich bestimmte Fragen stellen: Warum gerade ein Fall Kampusch und Fritzl in Niederösterreich? Wieso fand gerade ein Georg von Schönerer mit seiner „Alldeutschen“ Partei im Waldviertel um 1900 so großen Zuspruch und übte damit nachweislich starken Einfluss auf den jungen Hitler aus? Noch heute ist es selbstverständlich, dass nach 1945 geborene bei Treffen des Kameradschaftsbundes teilnehmen und dabei für die NÖN porträtiert werden.
Leitartikel wie der von Thomas Weber in „The Gap“ vom Februar 2008 mit Niederösterreich Schwerpunkt bringen weitere Aspekte ins Spiel:

„Insgesamt – wie über all sonst auch auf der Welt – ein Sumpf an überregional Bedeutungslosem, ist Niederösterreich zumindest in den traditionellen Medienkategorien gemessen ein Wasteland. Das hat Tradition, wie Gerhard Vogl und Hubert Wachter in ihrem (kultur)politischen Essay „Wer ist in Niederösterreich mächtig“ – beginnend bei Absolutismus und Feudalismus – schlüssig nacherzählen. Keine andere Gegend Österreichs ist derart dicht an Burgen, Klöstern und historischen Herrschaftssitzen durchsetzt wie Niederösterreich. Leibeigenschaft gab es hier noch als die Bauern in Tirol oder Vorarlberg längst frei über ihre Höfe verfügen konnten. Der Landadel kümmerte sich um seine Wald- und Feldwirtschaft, kaum aber um Industrie. „In Niederösterreich hat zudem die Gegenreformation radikaler als in anderen Bundesländern aufkeimende Ansätze einer geistigen Haltung der Aufklärung, einer gewissen Liberalität ausgebrannt. Daraus entstand das Orientieren nach oben und nicht nach vorne, die Angst vor Neuem, die falsche Sicherheit im Vertrautem (…), der Mangel an Selbstbewusstsein, unternehmerischer Initiative (…).“
Das klingt zwar weitaus drastischer als sich die Gegenwart eines wirtschaftlich weit über die Grenzen nach Osten blickenden Landes gestaltet, die Mentalität in manchen Teilen der Bevölkerung als aufgeklärt zu beschreiben wäre aber dennoch eine maßlose Übertreibung.“

Die „Erkrankung“ an Österreich, der Morbus Austriacus, ein bestimmter Ekel wird in der Literatur schon seit über 100 Jahren festgehalten. Es beginnt wahrscheinlich in seiner Explizität bei Karl Kraus und endet bei Andrea Maria Dusl mit die „Die österreichische Oberfläche“. Vergleicht man das „Österreichische Antlitz“ eines Karl Krausens, jener Horrorfratze bzw. –Maske hinter deren Gemütlichkeit das reine Böse steckt, mit der Visage eines Josef Fritzl, so braucht man nur in das Publikum der „Brieflos Show“ zu blicken, um diese Fratze mannigfach wiederzuerkennen. „Das österreichische Antlitz“, schrieb Kraus, „ist kein anderes als das des Wiener Henkers, der auf einer Ansichtskarte, die den toten Battisti zeigt, seine Tatzen über dem Haupt des Hingerichteten hält, ein triumphierender Ölgötze der befriedigten Gemütlichkeit, während sich grinsende Gesichter von Zivilisten und solchen, deren einziger Besitz die Ehre ist, dicht um den Leichnam drängen, damit sie nur ja alle auf die Ansichtskarte kommen.“

23.5.08 11:29
 



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