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Vom Austreiben


Lasst mich von dem berichten, was ich euch austreiben will. Lasst mich es auch sagen.

Euch soll die Mittelmäßigkeit ausgetrieben werden, dieses regressive Zusammenkuscheln im aufgewärmten 50er Jahre-Mief, eure Milchkaffee-Manierlichkeit, eure Kuschelpullis.

Ihr, die Nachfahren der Nazi-Kollaborateure, der Guscher und Buckler, der Reformierten und wieder Gegenreformierten. Ihr, die Nachfahren der Judenausrotter, die ihr seitdem im Saft österreichischer Betulichkeit schmort.

Ich will euch euren lächerlichen Radical Chic austreiben, eure konstruierten Communities, eure blöde Konsum-Popkultur.

Ich will euch die Hülsen austreiben. Die Phrasen, das Namedropping, euer tägliches Bullshit-Bingo-Spiel. Das Nicht-Zuhören, eure Nike-Limited-Editons, eure inszenierte Sehnsucht nach Club-Momenten, -Musikbreaks und Österreichwerbung-Weinverkosten in der Wachau.

Ich will euch euer Verstehenwollen austreiben. Ihr, die ihr glaubt von eurer Alsergrunder oder Leopoldstädter Altbauwohnung aus die Unterschicht zu verstehen.

Gebt auf. Gart und suhlt euch in eurer Falter-Standard-Presse-Bürgerlichkeit. Oder lasst es euch austreiben.

Ich will euch eure lächerliche Outdoor-Affinität austreiben. Euer Provinzverständnis nach ein paar Bernhard- oder Wolfsgruber-Lektüren, eure Gore-Tex-Jacken am Karmelitermarkt, eure verdammte Distinktion.


Flexgeschwängert, Dawsons-Creek-besoffen, Feuilletonbelämmert taumelt ihr durch eure ..-something-Jahre.

Ich will euch das konstruierte Verlangen nach den großen Augenblicken austreiben. Eure Kleidung mit Aufschrift, euer Verstecken in Nischen, euren beschissenen Eskapismus.

Glaubt ihr wirklich, sein Dubstep ist besser ihr Goa-Rave? Ihr Minimal Techno, besser als sein Großraumdiskothekentechno? Euer Vice Magazin, eure Band-Hypes, eure Kuschelfestivals gehören aus euch rausgedroschen.

Ihr linken Hello-Kitty-Mädchen, ihr Bart- und Schalträger mit euren Pornosonnenbrillen, von euch rede ich gar nicht, treibt es euch bitte Gegenseitig aus.

Von den meisten rede ich nicht. Etwa von den WU-Profitjüngern, den Cafe-Latte-Apple-Selbstständigen oder von Ö3.

Ihr obere Mittelschichtskinder, die ihr glaubt nach einer Sozialethikvorlesung, für die ihr euch nach dem Neon-Magazin Schöne-Mädchen-schöne-Burschen-Prinzip zurecht gemacht habt, die Ungerechtigkeit der Welt zu verstehen.

Ich will euch euer Selbstbewusstsein austreiben. Ich will euch leiden, darben sehen. Mit eurem Lachen soll Schluss sein.

4.4.09 16:01











verzopft – verfranzt /

verschanzt – verkopft


Rapunzeleske Märchenaskese verstrickt Mädchenbrutalität //


verbissen – vergast /

verblasst – verschissen


Der Schlosspfähler und die Grasnarbenkutsche in der Kernspinfäule //


dusselig – verdreht /

verweht – schusselig


Das Schnitzellachen und der Seelendruck in der Stadt der Eichhörnchen //


verschroben – vertan /

unachtsam – gelogen


Der Reflektorensegler in Asteroidentracht in der Wolkenschaukel //


angeeckt – verstummen /

unwillkommen - bedeckt


Amtsjauche am Häuserhalsband zum Zentralistenpakt //


beengt – unwillkürlich /

unordentlich – vermengt


Telegangbanking induzierte Kappenanstrengung //


aufgerieben – paff /

schlaff – übertrieben


Stahlviskos am Sozialbrunnen zu Gelbkugelmusik //


ausgelaugt – trüb /

müd – eingesaugt

Das Gewissenspaket in der Engelabwasch //


geschafft – flau /

grau – abgeschlafft


Aprilstimmung und Weltvergessen am Pornoaltar //


abgehetzt – glanzlos /

kraftlos – zersetzt


Der Satzdünger hinter dem Prinzenvorhang an der Innengrenze //


mutlos – stumpf /

dumpf – trostlos


Dienstagsweinend und Knochenverloren am Computerstrand //


repressiv – fahrlässig /

voreilig – depressiv


Sonnenkalauer zu Vogeldemut beim Kohlenkuss




[Dieser Text wurde von mir am Sa. 4. April im Rahmen der Klassenperformance "Schreiben Austreiben" der Schule für Dichtung beim Literaturfestival "Wortspiele" im Porgy&Bess gelesen.]

7.4.09 08:04







Die Deutung der Handschrift brachte folgendes Ergebnis:

Der Schreiber ist eher bescheiden und zurückhaltend.
Es reicht ihm, wenn er nicht im Mittelpunkt steht.

Der Schreiber ist ein impulsiver, unsteter, vielseitiger und unkonventioneller Typ.
Es fällt ihm nicht leicht, sich anzupassen.

Er ist von sich überzeugt und hat eine eigene Meinung.
Er lässt sich von anderen nicht so leicht beeinflussen,
auch nicht von einem "Das gehört sich aber so."

Er ist sinnlich, warmherzig, gemütlich und phantasievoll.
Im Großen und Ganzen wirkt er gelassen bis uninteressiert,
wenn er aber von einer Sache überzeugt ist, überrascht er
seine Umwelt durch sein überschwängliches und begeisterungsfähiges Auftreten.

Er ist lebhaft und kontaktfreudig.
Mit viel Verständnis für die Belange anderer.

Der Schreiber ist ein sehr gefühlsbestimmter Mensch.
Oft werden Entscheidungen gefühlsmäßig gefällt, obwohl bei
rein rationeller Überlegung eine andere Entscheidung die richtige wäre.

Der Schreiber ist überdurchschnittlich intelligent.
Nüchtern und zweckmäßig bewältigt er seine Aufgaben.

Der Schreiber ist anderen Menschen gegenüber immer offen und aufgeschlossen.
Der Umgang mit Menschen macht ihm Spaß,
der ideale Arbeitsplatz ist da, wo er mit anderen Menschen zu tun hat.

Er arbeitet sehr genau und zeichnet sich durch rationales, analytisches Denken aus.

Der Schreiber ist sehr stark um Gerechtigkeit bemüht.
Er versucht stets, sich für andere einzusetzen.

Er ist ein sehr humorvoller Mensch, bemüht sich, mit diesem Humor niemanden zu verletzen.

Der Schreiber ist ein impulsiver und phantasievoller Idealist.

Er hat seine eigene Meinung,
die auch gegen äußere Widerstände durchgesetzt werden,
unabhängig von der Meinung anderer.


Diese Deutung wurde auf den Seiten von www.graphologies.de erstellt.

21.4.09 14:33





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