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ihre Beschäftigungen armselig, ihre Berufe erstarrt und mit dem Leben nicht mehr verbunden






Mein lieber Herr Kappus,
Sie sollen nicht ohne einen Gruß von mir sein, wenn es Weihnachten wird und wenn Sie, inmitten des Festes, Ihre Einsamkeit schwerer tragen als sonst. Aber wenn Sie dann merken, daß sie groß ist, so freuen Sie sich dessen; denn was (so fragen Sie sich) wäre eine Einsamkeit, welche nicht Größe hätte; es gibt nur eine Einsamkeit, und die ist groß und ist nicht leicht zu tragen, und es kommen fast allen die Stunden, da Sie sie gerne vertauschen möchten gegen irgendeine noch so banale und billige Gemeinsamkeit, gegen den Schein einer geringen Übereinstimmung mit dem Nächstbesten, mit dem Unwürdigsten ... Aber vielleicht sind das gerade die Stunden, wo die Einsamkeit wächst; denn ihr Wachsen ist schmerzhaft wie das Wachsen der Knaben und traurig wie der Anfang der Frühlinge. Aber das darf Sie nicht irre machen. Was not tut, ist doch nur dieses: Einsamkeit, große innere Einsamkeit. Insich-Gehen und stundenlang niemandem begegnen, - das muß man erreichen können. Einsam sein, wie man als Kind einsam war, als die Erwachsenen umhergingen, mit Dingen verflochten, die wichtig und groß schienen, weil die Großen so geschäftigt aussahen und weil man von ihrem Tun nichts begriff.
Und wenn man eines Tages einsieht, daß ihre Beschäftigungen armselig, ihre Berufe erstarrt und mit dem Leben nicht mehr verbunden sind, warum dann nicht weiter wie ein Kind darauf hinsehen als auf ein Fremdes, aus der Tiefe der eigenen Welt heraus, aus der Weite der eigenen Einsamkeit, die selber Arbeit ist und Rang und Beruf? Warum eines Kindes weises Nicht-Verstehen vertauschen wollen gegen Abwehr und Verachtung, da doch Nicht-Verstehen Alleinsein ist, Abwehr und Verachtung aber Teilnahme an dem, wovon man sich mit diesen Mitteln scheiden will.
[...]


8.12.07 11:45



Es gibt keine Antworten, nur Querverweise



















Doch der bürgerlich-dialektische Prozeß ist im Begriff, abzulaufen; der mystische Nullpunkt ist nahe. Jenseits liegt das neue Reich, in dem die Technik organisch wird, weil es außerhalb ihrer nichts gibt. «Arbeit» ist dann nicht mehr eine Tätigkeit, die durch Ihren jeweiligen Zweck bestimmt und beschränkt wird, sondern sie ist umfassend und hat kultischen Rang. Innerhalb Ihrer ist der einzelne nicht mehr allein, nicht mehr mit einem von Zweifel verzehrten Streben nach dem unzugänglichen Absoluten belastet, er ist nicht mehr Individuum, sondern Repräsentant eines Typus, der "Gestalt" des Arbeiters und die Arbeit ist der ihm gemäße Lebensstil. Seine menschliche Verpflichtung ist erfüllt, indem er hingegeben seiner Aufgabe obliegt. Ihm werden Herrschaft und Dienst, Spiel und Arbeit eins. Es ist dabei nicht einmal nötig, daß er sich des Ganzen dauernd bewußt bleibt: keine absolute Wahrheit wird angestrebt, sondern das Gesunde und Gute; im Interesse des Lebens muß vieles vergessen werden.
[...]
























Dem letzten Adorno-Anhänger wird klar werden, woher dieser seinen Stil und seine wesentlichen Erkenntnisse bezog. Die österreichische Staatsgründungslegende wird entrümpelt und zur Kenntlichkeit entstellt werden, wenn jetzt Die dritte Walpurgisnacht, der radikalste Text zum Dritten Reich überhaupt, erforscht und neu herausgegeben werden kann.

Jeder, selbst der naivste Leser, wird darin erfahren, was man tatsächlich alles schon 1933 wissen konnte, vorausgesetzt, man war wach und fähig, das Ungeheure in allen zugänglichen Zeitungen wahrzunehmen.

So ist es gekommen, und dass man Karl Kraus absichtsvoll vergaß, weil er den politischen Ideologen und Haudegen des Kalten Kriegs, die über die Poesie bestimmen durften, nicht in ihren Kram passte.
[...]
























Des Esseintes ist eigentlich ein Selbstbildnis; Huysmans fehlte zwar der Reichtum und die vornehme Abkunft seines Helden, doch teilte er dessen neurotische Empfindsamkeit; sein Verlangen nach Einsamkeit; seinen Abscheu vor der Mittelmäßigkeit; seine leidenschaftliche Gier nach allem Neuen.
[...]

























Den unersättlichen Imperativen der Leistungsgesellschaft wird in zwölf zauberhaften Songs ein Gegenmodell entgegengehalten: ein Ausweg aus der besinnungslosen Maschinerie des propagierten „Immer-Mehr“ ist nur möglich, wenn man bereit ist, die Waffen zu strecken: zu kapitulieren. In der Kapitulation wird sichtbar, wie erlösend und stark eine Position der Schwäche sein kann.
Vor 13 Jahren begannen Tocotronic, ihren Weltekel, all die Frustration und Resignation des Heranwachsens in rotzig-subversive Slogans zu verpacken. Die Sympathie ganzer Generationen studentischer Weltverbesserer war ihnen gewiß. Wer in akademisch-intellektuellen Tagträumen gefangen war, kannte die artikulierte Abscheu vor jener Mittelmäßigkeit, deren Allgegenwart die eigene Existenz immer schon einschloß, nur zu gut. Das wäre möglicherwese nichts besonderes gewesen, wenn Tocotronic – und dies zeichnete die Band vor allen anderen aus – nicht stets erkennen ließen, daß sie sich darüber bewußt waren, daß ihre Artikulation des Protests stets essentieller Bestandteil dieser jämmerlichen Kleinbürgerlichkeit war, die man zu kritisieren vorgab.
[...]





16.12.07 12:10



Soziologie ist die Königin der Wissenschaften.
Ungleich den andern Wissenschaften, die kleine Segmente des Lebens analysieren, integriert Soziologie alles Wissen über die Menschheit.























Fortan, so Bauer verbittert und hämisch, sei die Staatsgewalt in Österreich von "Kleinbürgern der alpenländischen Provinzstädte und Honoratioren der Dörfer" ausgeübt worden. Diese repräsentieren freilich "nicht eine gebildete, weltläufige, herrschgewohnte Bourgeoisie, sondern ein unwissendes, provinzielles, klerikales, vom Ressentiment gegen alles Großstädtische, alles Neue, alles Europäische erfülltes Spießbürgertum".

[Otto Bauer in "Die Ordnung des Fortschritts"
von Bernd Weiler]





























Zynismus heisst: Den Ernst der Lage erkennen - und trotzdem den Humor behalten.

















16.12.07 12:19





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