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Statusangst? Statusangst!




[Was sind ihre Lebensziele? Was möchten Sie in Ihrem Leben alles erreichen? (Nur Männer) Der Standard 25.11.06]


Glück? Selbstverwirklichung? Zufrieden stellendes Privatleben?
Drauf geschissen, wenn man doch Karriere machen kann!





















Wir wollten sie spüren. Doch Hierarchieebenen dämpften uns wie zehn Pullover. Undeutlich umgaben uns menschliche Resscourcen, ungreifbar, unfassbar, unbegreiflich. Wir ermunterten Kritik, den Widerspruch, den interpersonalen Dialog. Wir kannten die Literatur, die problemrevelanten Daten nach Kitzmann/Zimmer, die humanistische Personalentwicklung nach Stiefel, Banduras Personenvariablen. Wir ließen die Menschen nicht allein; zwanglos kamen wir ihnen näher, zupften Stäubchen von ihren Jacketts, grasten ihre Wertelandschaften ab. Wir wollten ihr Bestes, wir halfen ihnen, zu finden, was ihnen steckte: ihre Fähigkeiten, ihre Energien, ihre Herzen.






Ich dachte an die Menschen auf den rostigen Straßen der Insel, ihre Geister, ihre Erfahrungshorizonte. Es schien mir unmöglich, ihren Wert zu erkennen, ihre Motive, ihr Potenzial. Ich hielt mir ihre dicken, undurchdringlichen Häute vor Augen, unter denen man keine Ader sah, kein Zittern. Zögernd machte ich mir ein Bild von der Insel, ihrere Manpower, ihrer Workforce. Ich sah nur Kinder, die auf Kirchentreppen dösten, die hölzernen Ärmchen über den Rand der obersten Stufe gehängt, einander orangefarbene Brause zuschoben und palaverten, mit langen Pausen und gemessenen Gebärden von Karton zu Karton.





Lean Production. Ich kann nichts dafür. Es war ja die Zeit, in der alle immer nur schlank sein wollten. Wir setzten an, wo es wehtut, und fühlten uns besser: Schlanke Produktion, schlankes Management, schlanker Staat, schlanke Küche. Vielleicht ist Mangelwirtschaft nicht richtige Wort. Wir dünnten Führungsebenen aus, reduzierten Kosten, Prozesse, Komplexität. Wir trieben das Zeitrad an, beseitigten personelle Puffer. Wir hungerten, wo immer wir konnten; wir fühlten uns immer noch zu dick.

Jörg-Uwe Albig: Land voller Liebe
























Dieser Choral aus Geschrei und Gewinsel wird intoniert von Intellektuellen, denen der Kapitalismus die ökonomische Grundlage entzogen hat und die, weggescheucht aus den Medien und verjagt von den Hochschulen, als Lumpenbourgeoisie gegen Entgelt den Verlust von Kultur und Menschlichkeit beklagen müssen. Sie fordern nicht Neuerungen des Bestehenden, sondern die Erneuerung des Verlorenen und wenden sich, Fürstenknechte von heute, an Kapitalisten und deren Manager mit der Bitte, sich zugunsten des Gemeinwohls zu bescheiden. Erstaunt über so viel Dummheit, applaudiert der Kapitalist amüsiert dem Vorwurf, neoliberal zu sein, hat er doch in der Realität bereits neofeudalen Status erworben. Der Kapitalismus verhält sich zur Kapitalismuskritik wie der Hof zum Hofnarren.






Eine Gesellschaft, die nicht einmal mehr einen Begriff von sich hat und sich nur als Wirtschaft versteht, verabschiedet sich von der - ohnedies beschränkten - Rationalität bürgerlicher Aufklärung. Die klassische Irrationalität, der Gott im Himmel, wurde so lange gehegt, bis ihr die moderne Form, der Gott auf Erden, folgt, nunmehr nicht wie in den Dreißigerjahren als wahnhafter Führer, sondern als Wirtschaftswahn. Die alten Namen für Städte, Landschaften, Länder werden getilgt zugunsten der Einheitsbezeichnung Wirtschaftsstandort. Man reist nicht von Wien nach Prag, sondern von einem Wirtschaftsstandort zum anderen. Was harmlos klingt wie ein Entgegenkommen für Trottel, ist in Wirklichkeit eine Militarisierung der Ökonomie. Über Wirtschaftsstandorte hört man aus allen Propagandamäulern nur, dass sie ausgebaut, gesichert und verteidigt werden müssen. Man redet vom Wirtschaftsstandort als von einem Kriegsschauplatz.

Kult ums Kapital, Michael Scharang























Ein holistische Ethik muß also, im umfassenden Sinn des Wortes, evolutionsfördernd sein. Dies geschieht am besten, wenn der Mensch die Bedingungen seines Seins und damit seinen Bewußtseinszustand "offen", gleichsam in Schwebe, hält. Keine Dogmatik, keine Fixierung, keine fixen Ideen sollten seine Entwicklung hemmen, da dies gleichsam irreversible Eingriffe in seinen Bewußtseinszustand sind, die der Entwicklung abträglich sind.
[...]























Der Kontakt mit Snobs ist deshalb so deprimierend und entnervend, weil wir spüren, wie wenig das, wer wir im Innersten sind - also jenseits von Status -, ihr Betragen uns gegenüber bestimmt. Nur die Wertschätzung, die wir in den Augen maßgeblicher Personen genießen, kann den Snob dazu bewegen, uns seine Freundschaft anzudienen. Wir mögen weise wie Salomo sein, listenreich wie Odysseus, sind wir aber unfähig, gesellschaftlich anerkannte Belege unserer Qualitäten vorzuweisen, wird uns der Snob mit Verachtung Strafen.
StatusAngst, Alain DeBotton






















Warum immer nur Unterschichtsozialpornografie? Ihr "Oberschicht"spendant ist nicht minder ansehnlich! Na da hamma aber glacht...!

2.12.06 16:36



"Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse"

















14.12.06 21:40



Denken formt Welt









Schönheit und Rücksicht
haben keine Tradition
in dieser Landschaft
in der Robot und Knechtschaft
Gegenstand und Ausmaß
der Arbeit diktieren.

Wen wundert's
daß nichts gilt
Nutzloses.
Jeder Strauch sich
gefallen lassen muß
die Frage
ob er was tauge.

Wenn nicht:
Weg mit ihm!
(So wie damals jeder
der zur Arbeit nicht taugte.)

Aufräumen.
Saubermachen.
Durchputzen.

Das ist die Tradition
die hängenblieb
in den Köpfen.

Und das Herz?
Was ist mit dem Herz?
mag fragen
der ahnungslose Fremde.

Das Herz, sage ich
ist nichts als ein gleichgültig
zuckender Muskel.

[...]























Sozial (Penis-, Futter-) neid





Krämerseelen





Seelenadel





vita contemplativa





Lohnsklaven






















Humankapital und Kunden auf dem Weg zur Arbeit























Der Sinn liegt im Sein nicht im Tun.























Wir regeln es über das Geld























Hast du schon gehört das ist das Ende
das Ende vom Kapitalismus - jetzt isser endlich vorbei

Vorbei
vorbei
vorbei
vorbei
vorbei vor-horbei

...

Weißt du noch
wir hamm uns alle beschriftet und zogen immer weniger an
weißt du noch als wir alle zuviel warn weißt du noch
beschriftet und zuviel und unsre Bäuche unsre kaptialistischen
Bäuche

Hast du schon gehört jetzt isser endlich vorbei

[...]























Neuerdings tobt im Land der Wettbewerbswahn: Anderswo kürt man alljährlich die schönste Frau des Landes, wir krönen zwei Schönheitsköniginnen. Andere Völker haben jahrhundertelang dazugelernt, wir ließen uns unsere Intelligenz an einem einzigen Abend bestätigen – in der Fernsehsendung Der IQ-Test der Nation. Die Masse der Bürger wetteifert um jeden Preis. Nirgendwo sonst trifft man auf so viele Parteien, Vereine und Klassentreffen wie bei uns. Besitz und Macht allerdings konzentrieren sich in den Händen weniger, das ist gute Tradition.

Wir sind durchaus fit für die Konkurrenzgesellschaft, wir gewinnen auch gern, aber unser größtes Vergnügen ist es, den Gegner richtig auszupunkten. Wenn unsere Nationalmannschaft einen Rivalen fertig macht, vor allem das Team eines Nachbarlandes, dann danken wir ihr das mehr als den Sieg.
[...]






















Weihnachten





















Die fünf Typen des Philosemitismus:

christlich-missionarischer Philosemitismus
biblisch-chiliastischer Philosemitismus
utilitaristischer Philosemitismus
liberal-humanitärer Philosemitismus
religiöser Philosemitismus























Die Durchsteppung des gesamten emotionalen Bereichs durch Quantifizierung trug mitunter seltsame, wenn auch klar erkennbare Früchte. So begann etwa der therapeutische Diskurs aus seiner eigenen Logik heraus Standards zu setzen, die auf der einen Seite Modelle der Gesundheit oder Zufriedenheit in die Welt setzten, auf der anderen Seite aber durch eben diese Setzung stigmatisierend auf eben die wirkten, die diesen (kontingenten) Modellen (noch) nicht folgten. Die mittlerweile erreichte Menge an Ratgeberliteratur gibt gleich mit zu bedenken, dass aus bloßer Quantifizierung nichts folgt; erst die Anbindung an spezielle ideologische Überhöhungen gibt dem Kunden das Gefühl, mit „seinem“ Programm zu tun zu haben. Eva Illouz stellt die Frage, wie viel Privatheit überhaupt noch übrig bleibt bei so viel Öffentlichkeit und Veröffentlichung. Am Beispiel der Internet-Kontaktmärkte zeigt sie die Schwierigkeit auf, den richtigen Partner zu finden. Durch Fragebögen wird die Persönlichkeit quasi eingelesen, um ein Profil zu erstellen, das überhaupt erst Kompatibilitäten ermöglicht. Ähnliches führt zu Ähnlichem. Dann gibt es die ersten E-Mails, erste Telefonate, dann ein erstes Treffen. Die meisten Teilnehmer, so die Autorin, sind enttäuscht von diesen Treffen. Die reale Person entspricht nicht den Erwartungen. Die ausgewählte Person ist hässlicher als das Foto, der Händedruck zu lasch oder zu fest. Man muss noch mal von vorn anfangen. Die romantische Begegnung verläuft genau umgekehrt: Man weiß erst mal überhaupt nichts über den Menschen, der einem wie ein „coup de foudre“ begegnet, das Herz höher schlagen lässt usw. [...]

28.12.06 11:54





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