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3.8.06 18:07




by wooster collective


Zwanzig Minuten später, als die Wirkung des Kokains verebbte und das Methaqualon mir allmählich Sand in die Gelenke rieseln ließ, wurde ich philosophisch. Warum verspürten Menschen diesen seltsamen Drang, so sinierte ich, nach künstlich verursachtem Vergessen? Die Welt war voller Säufer, Junkies, Katfresser und Ätherschnüffler. Halbe Kinder steckten den Kopf schon in Eimer mit Lackverdünner, Bären schlugen sich den Bauch mit vergorenen Beeren voll, Katzen rollten sich lüstern in Baldrian. Und hier war ich nun, bekifft und mit jeder Minute bekiffter, auf Urlaub von meinem neuen Beruf - der an sich schon eine Schande war -, und sah zu, wie sich zwei vollbusige Frauen in einer Wanne voll künstlichen Morast gegenseitig verdroschen. Die Erkenntnis traf mich wie ein Schwerlaster in voller Fahrt: Ich war degeneriert. Ich war nicht ein armer Student oder ein Bauunternehmer, dem die Rezession zugesetzt hatte - nein, ich war ein Drogensüchtiger und Drogendealer, der wehrlose Menschen um ihr Leben und ihren Verstand brachte, ein feiger Profitgeier, dessen Götze der Mammon war. Jerpbak hatte recht gehabt, gerade mich vor allen anderen gegen die Wand zu schleudern: Ich war ein gefährliches Subversives Element. Auf einmal fühlte ich mich sehr deprimiert, meine Seele füllte sich mit Schwermut wie eine Kararaffe mit saurem Wein.

T.C. Boyle: Grün ist die Hoffnung

3.8.06 18:27



Stocksport


Liebe Leute, wenn ihr so ein Sportler wie der Herr unten werden wollt, müsst ihr weg vom bösen Computer! Vor allem die jungen! Also schnell abdrehen...


Ich mein, das eine oder andere Bier ist schon drin, beim Vollrausch mit blauem Fleck nach dem Feuerwehrfest geht die Welt ja auch nicht unter. Aber bitte keine Drogen! Wir müssen die jungen Leute weg von den Haschspritzen und Heroin (oder wie das alles heißt) bekommen.
Zur Not mit ein paar Watschen. Die haben bei meinen Söhnen (und meiner Frau) auch nicht geschadet. Wichtig ist eben Sport und gesunde Ernährung. Wobei so ein Schnitzel ja nichts schlechtes ist oder ein guter Schweinsbraten. Schließlich ist das Teil unserer Kultur! Immer mehr junge Essen ja so ausländisches Sachen wie türkisches, jugoslawisches oder Essen aus diesem Asien!


NÖN Ausgabe Gmünd, 1/08

via Erzdiözese St. Pölten - Niederösterreich-Leitkultur Postille NÖN

6.8.06 23:36



Wolfhardt




Wolfhardt ist ausgewiesener Connaisseur, Weinkenner und beflissentlich kulturell interessiert, wie das unter akademischen Arbeitslosen fast schon üblich ist. Wer sonst hat so viel Zeit und Muße, sich den vielen Romanen, Kinofilmen, Konzerten und Veranstaltungen zu widmen, als diejenigen, deren Köpfe Kosmen der Imagination und rauschende Fantasieflüsse beherbergen?! Virtuelle Multimillionäre der ungenutzten, aber umso besser vorstellbaren Möglichkeiten. Arbeitslose, Säulen unserer Kultur.
Geht es anderen schlicht ums Geldverdienen (und -ausgeben), suchen (Langzeit-)Arbeitslose in erster Linie eine Identität, die ihnen verloren ging. Meist schon in der Kindheit. Als möchte man sich mit dem einen, meist unerreichbaren Job oder Prinzen von Beruf identifizieren können, darin aufgehen, in sich geschlossen bleibend, diesen Beruf ausfüllen und von ihm ausgefüllt werden. Als strebte man eine Deckungsgleichheit an, die seinesgleichen sucht, aber nicht findet. Eine unendliche Geschichte.
Man hat da ein Ideal-Ich in der Reisetasche, das nichts mit der Realität zu tun haben möchte und lieber im Vagen bleibt, um sich alle Möglichkeiten offen zu halten.
Wolfhardt trägt zwei kleine Haarbüschel an den Seiten seines Schädels, die ihn in die nähere Verwandtschaft zu einem prominenten Teufelchen rücken, dem Sänger der Elektro-Punkband The Prodigy. Wolfhardts Vergangenheit ist ein versteckter Track auf einer ungebrannten CD. Dafür kennt er sich aus in den Städten dieser Republik, stolziert durch die Einkaufszentren, Museen und Filmotheken des Landes. Er ist ein Freund der russischen Erzähler des 19. Jahrhunderts, und ebenso ausschweifend und detailgetreu berichtet er stundenlang und heißohrig am Telefon von Eindrücken und Assoziationen.
„Ich muss die Dinge nicht besitzen. Es reicht mir, wenn ich sie sehe und an ihnen teilhaben kann.“ Ein Superstar immaterieller Inbesitznahme. Er abonniert Zeitschriften für Möbelklassiker und architektonisch Aufsehen erregende Häuser, genießt einen guten Tropfen und edle Speisen. Er ist unterwegs in ein Berufsgebiet, das ihn innerhalb eines halben Jahres zum Multimillionär machen soll. Er möchte es zumindest so. Und immer wenn sich Mäuse durch die Decke seiner Wohnungen nagen, wechselt er die Behausung.
Gelegentlich steckt ihm sein Vater etwas zu. Inzwischen kann er das Geld ebenso annehmen wie seine Eltern. Das hat lange gedauert und ist sicherlich auch einer der Gründe, warum sein Berufsbild sich im Sittengemälde der oberen Zehntausend einfindet. Er ist Kenner der zeitgenössischen Musikszene und ein angenehmer Zeitgenosse. Arbeitslosigkeit würde man in seinem knitterfreien olivgrünen Anzug nicht vermuten. Er ist ein „Weltenbürger“, so sagt er selbst von sich. Dass seine Freundinnen potenziell sind und man nur den Hauch einer Beziehung zu ihnen ausmachen kann, passt zu seiner Erscheinung. Die Frauen, die er kennt – und es sind derer viele –, gehen mit ihm aus. Und er ist ganz Galan, verbleibt im Angedeuteten.
Dass er sich mit seiner letzten Kreation in die Nesseln gesetzt hat, hindert ihn nicht, auch noch ein zweites, drittes und viertes Mal den Weg in die Selbstständigkeit zu suchen, und es tut seinem großmännischem Verhalten keinen Abbruch. Seine Ansprüche jedenfalls wachsen, wie auch die anderer dieser Job-Chamäleons. Jeder, der einmal 10 bis 50 Jahre durchgearbeitet hat, weiß, wie sich das Leben dadurch relativieren kann. Langzeitarbeitslose aber haben in dieser Hinsicht die prallsten Fehlvorstellungen. Andererseits sind sie die wahren Träumer, die wenigstens im Schlaf alles fordern können.
Vor einiger Zeit machte sich Wolfhardt als Ein-Mann-Gestaltungsbüro und Branding-Experte selbstständig und geriet dabei zwischen die Räder des Kapitalismus. Eine Masseuse nahm seine Dienste für ihren neuen Salon in Anspruch und ließ mit der Zahlung auf sich warten. Sie bot ihm stattdessen ein Essen und drei kostenlose Behandlungen an. Ihre Kollegin ließ sich ebenfalls beraten und zahlte auch mit Massagen. Die Kollegin der Kollegin wollte mit einer Intimbereichs-Massage seine Dienste quittieren. Ein Teufelchenkreis. Wolfhardt entschied sich, das Fach zu wechseln, und stellte nach sechs Monaten, in denen er 3000 Mark verdient hatte, seinen Betrieb ein, um eine weitere vom Arbeitsamt gesponserte Maßnahme zur Existenzgründung in Anspruch zu nehmen. Das allerdings löste in ihm eine lang anhaltende Depression und Ratlosigkeit aus. Vielleicht wird er Berater für die Anschaffung von High-End-Stereoanlagen, privater Reiseführer oder betätigt sich als männlicher Escort-Service. Man darf gespannt sein.
[...]

12.8.06 11:34



Keine Macht den Drogen



18.8.06 00:49



Der HC-Rap





Zielgruppenwahlwerbung in der Kagraner Nachtschicht. "Arbeiterkinderdisco" in der "Ausländerfreien" Donaustadt (-> Gemeindebauten), wo aber trotzdem alle recht rechts sind. Der gemeine Punschkrapferlösterreicher - Aussen Rot, innen braun und durch und durch mit Alkohol getränkt - unter sich.

[mp3]


























Gib auf!




und





Linz brennt

23.8.06 15:49



“Kein Gott, kein Staat, keine Arbeit, kein Geld - mein Zuhause ist die Welt”









Jeans Team - Das Zelt


















„Ich hoffe, dass die wirtschaftlich starken Länder den Raubbau an den armen, unterprivilegierten Völkern irgendwann einmal aufhören und die Ausbeuterei nicht weiter unter dem Deckmantel der wirtschaftlichen Investition stattfindet. Ich hoffe, dass wir eines Tages begreifen werden, dass man nicht einfach alle Ressourcen der Erde verbrauchen kann ...“ (Martin, 17)







Ich möchte mein Geld arbeiten lassen und mit meiner Familie auf einer Insel in einer Villa wohnen“, schreibt Christof (14).






„Die Arbeitslosigkeit steigt immer höher, sodass man schon ins Ausland gehen muss, um Arbeit zu kriegen.“ (Marcus, 12)






Arbeit sollte es geben für jeden Menschen von uns,
der auch arbeiten möchte. (H., 17 Jahre)






„Hoffentlich ist später nicht alles zubetoniert und automatisiert. In so einer Welt kann doch niemand leben. Und außerdem, wenn alles automatisch abläuft, wozu gibt es uns dann überhaupt noch?“ (Doreen, 16)

[...]

24.8.06 17:57





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