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Wir sind umgezogen

http://www.antieskapismus.at


26.12.09 14:23



Man wünscht, daß alle hinabgebückt werden, weil man sich selbst nicht aufschwingen konnte





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So entsteht der Überdruss, die Unzufriedenheit mit sich, das Schwanken einer haltlosen und gehaltlosen Seele, die mit ihrer freien Zeit nichts Rechtes anzufangen weiß. Man schämt sich, den Grund der Verstimmung einzugestehen, das Schamgefühl ist eine innerliche Folter, und die verschlossenen Leidenschaften, die sich nicht austoben können, würgen gleichsam sich selbst ab. Daher der Gram und das Dahinsiechen, das tausendfache Wogen eines unbeständigen Gemüts, das bei jedem Unterfangen aufgeregt, bei jedem Misslingen völlig niedergeschmettert ist. Darum verwünschen sie ihre Muße und klagen, daß sie nichts zu tun haben, daher der bittere Neid, wenn andere emporkommen.
Das unselige Nichtstun nämlich nährt die Missgunst; man wünscht, daß alle hinabgebückt werden, weil man sich selbst nicht aufschwingen konnte. In dieser Abneigung gegen das Emporkommen anderer und am eigenen Glücke verzweifelnd, zürnt man das Geschick, klagt über den Zeitgeist, zieht sich in einen Winkel zurück, nagt an seiner eigenen Nichtigkeit und ist sich selbst zur Last und zum Ekel.
[Seneca - Vom glückseligen Leben , S. 36]

Bilder: Hermann Erber, outdoor-foto.at

11.6.09 18:43




Die Banalität des Bösen








Ich weiß auch nicht warum, aber ich tue es immer wieder. Wissend, meine Nerven dadurch zu strapazieren und den Magen zu belasten, klicke ich in masochistischer Manier auf Links wie diesen.

Dabei geht es mir aber nicht um den orf.at-Text, sondern viel mehr um die rechten Troll-Kampfposter, denen kein Vorurteil zu platt, kein Ressentiment zu schade ist und die sich untereinander beflegeln, beleidigen und beschimpfen.

Diese Postings sollten, neben der Leserbriefseite "der Zeitung", Pflichtlektüre für jeden Gaststudenten, Einwanderer und Touristen sein. Reiseführer wie Lonely Planet sollten sie abdrucken, damit jeder Rucksacktourist Bescheid weiß über Punschkrapferlcountry.

Seit Jahren tut sich hier ein gewisser User namens Piperflyer hervor. Dieser (rechtsrechte) Kampfposter und Schlechtmensch fällt über jedes (politische) orf-Forum mit Schaum vor dem Mund her, sodass er, und das ist gut so, schon zig male für seine rechten Rotzpostings gesperrt wurde.


Das Böse ist immer überall. So wie der Fritzl Pepi ja so ein netter war/ist, so ist Hr. C. ja auch so ein netter.
Egal ob sie jetzt Strache, Dichand oder Stadler (oder Helmut Kafka, Heinz Vielgrader, Dr. Erich Schäfer, Hias Rumpler,etc.) heissen.

2.6.09 22:20




Die blaue Super Blume






Er sah nichts als die blaue Blume, und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit. Endlich wollte er sich ihr nähern, als sie auf einmal sich zu bewegen und zu verändern anfing; die Blätter wurden glänzender und schmiegten sich an den wachsenden Stengel, die Blume neigte sich nach ihm zu, und die Blütenblätter zeigten einen blauen ausgebreiteten Kragen, in welchem ein zartes Gesicht schwebte.

[...]

19.5.09 22:25







Die Deutung der Handschrift brachte folgendes Ergebnis:

Der Schreiber ist eher bescheiden und zurückhaltend.
Es reicht ihm, wenn er nicht im Mittelpunkt steht.

Der Schreiber ist ein impulsiver, unsteter, vielseitiger und unkonventioneller Typ.
Es fällt ihm nicht leicht, sich anzupassen.

Er ist von sich überzeugt und hat eine eigene Meinung.
Er lässt sich von anderen nicht so leicht beeinflussen,
auch nicht von einem "Das gehört sich aber so."

Er ist sinnlich, warmherzig, gemütlich und phantasievoll.
Im Großen und Ganzen wirkt er gelassen bis uninteressiert,
wenn er aber von einer Sache überzeugt ist, überrascht er
seine Umwelt durch sein überschwängliches und begeisterungsfähiges Auftreten.

Er ist lebhaft und kontaktfreudig.
Mit viel Verständnis für die Belange anderer.

Der Schreiber ist ein sehr gefühlsbestimmter Mensch.
Oft werden Entscheidungen gefühlsmäßig gefällt, obwohl bei
rein rationeller Überlegung eine andere Entscheidung die richtige wäre.

Der Schreiber ist überdurchschnittlich intelligent.
Nüchtern und zweckmäßig bewältigt er seine Aufgaben.

Der Schreiber ist anderen Menschen gegenüber immer offen und aufgeschlossen.
Der Umgang mit Menschen macht ihm Spaß,
der ideale Arbeitsplatz ist da, wo er mit anderen Menschen zu tun hat.

Er arbeitet sehr genau und zeichnet sich durch rationales, analytisches Denken aus.

Der Schreiber ist sehr stark um Gerechtigkeit bemüht.
Er versucht stets, sich für andere einzusetzen.

Er ist ein sehr humorvoller Mensch, bemüht sich, mit diesem Humor niemanden zu verletzen.

Der Schreiber ist ein impulsiver und phantasievoller Idealist.

Er hat seine eigene Meinung,
die auch gegen äußere Widerstände durchgesetzt werden,
unabhängig von der Meinung anderer.


Diese Deutung wurde auf den Seiten von www.graphologies.de erstellt.

21.4.09 14:33











verzopft – verfranzt /

verschanzt – verkopft


Rapunzeleske Märchenaskese verstrickt Mädchenbrutalität //


verbissen – vergast /

verblasst – verschissen


Der Schlosspfähler und die Grasnarbenkutsche in der Kernspinfäule //


dusselig – verdreht /

verweht – schusselig


Das Schnitzellachen und der Seelendruck in der Stadt der Eichhörnchen //


verschroben – vertan /

unachtsam – gelogen


Der Reflektorensegler in Asteroidentracht in der Wolkenschaukel //


angeeckt – verstummen /

unwillkommen - bedeckt


Amtsjauche am Häuserhalsband zum Zentralistenpakt //


beengt – unwillkürlich /

unordentlich – vermengt


Telegangbanking induzierte Kappenanstrengung //


aufgerieben – paff /

schlaff – übertrieben


Stahlviskos am Sozialbrunnen zu Gelbkugelmusik //


ausgelaugt – trüb /

müd – eingesaugt

Das Gewissenspaket in der Engelabwasch //


geschafft – flau /

grau – abgeschlafft


Aprilstimmung und Weltvergessen am Pornoaltar //


abgehetzt – glanzlos /

kraftlos – zersetzt


Der Satzdünger hinter dem Prinzenvorhang an der Innengrenze //


mutlos – stumpf /

dumpf – trostlos


Dienstagsweinend und Knochenverloren am Computerstrand //


repressiv – fahrlässig /

voreilig – depressiv


Sonnenkalauer zu Vogeldemut beim Kohlenkuss




[Dieser Text wurde von mir am Sa. 4. April im Rahmen der Klassenperformance "Schreiben Austreiben" der Schule für Dichtung beim Literaturfestival "Wortspiele" im Porgy&Bess gelesen.]

7.4.09 08:04



Vom Austreiben


Lasst mich von dem berichten, was ich euch austreiben will. Lasst mich es auch sagen.

Euch soll die Mittelmäßigkeit ausgetrieben werden, dieses regressive Zusammenkuscheln im aufgewärmten 50er Jahre-Mief, eure Milchkaffee-Manierlichkeit, eure Kuschelpullis.

Ihr, die Nachfahren der Nazi-Kollaborateure, der Guscher und Buckler, der Reformierten und wieder Gegenreformierten. Ihr, die Nachfahren der Judenausrotter, die ihr seitdem im Saft österreichischer Betulichkeit schmort.

Ich will euch euren lächerlichen Radical Chic austreiben, eure konstruierten Communities, eure blöde Konsum-Popkultur.

Ich will euch die Hülsen austreiben. Die Phrasen, das Namedropping, euer tägliches Bullshit-Bingo-Spiel. Das Nicht-Zuhören, eure Nike-Limited-Editons, eure inszenierte Sehnsucht nach Club-Momenten, -Musikbreaks und Österreichwerbung-Weinverkosten in der Wachau.

Ich will euch euer Verstehenwollen austreiben. Ihr, die ihr glaubt von eurer Alsergrunder oder Leopoldstädter Altbauwohnung aus die Unterschicht zu verstehen.

Gebt auf. Gart und suhlt euch in eurer Falter-Standard-Presse-Bürgerlichkeit. Oder lasst es euch austreiben.

Ich will euch eure lächerliche Outdoor-Affinität austreiben. Euer Provinzverständnis nach ein paar Bernhard- oder Wolfsgruber-Lektüren, eure Gore-Tex-Jacken am Karmelitermarkt, eure verdammte Distinktion.


Flexgeschwängert, Dawsons-Creek-besoffen, Feuilletonbelämmert taumelt ihr durch eure ..-something-Jahre.

Ich will euch das konstruierte Verlangen nach den großen Augenblicken austreiben. Eure Kleidung mit Aufschrift, euer Verstecken in Nischen, euren beschissenen Eskapismus.

Glaubt ihr wirklich, sein Dubstep ist besser ihr Goa-Rave? Ihr Minimal Techno, besser als sein Großraumdiskothekentechno? Euer Vice Magazin, eure Band-Hypes, eure Kuschelfestivals gehören aus euch rausgedroschen.

Ihr linken Hello-Kitty-Mädchen, ihr Bart- und Schalträger mit euren Pornosonnenbrillen, von euch rede ich gar nicht, treibt es euch bitte Gegenseitig aus.

Von den meisten rede ich nicht. Etwa von den WU-Profitjüngern, den Cafe-Latte-Apple-Selbstständigen oder von Ö3.

Ihr obere Mittelschichtskinder, die ihr glaubt nach einer Sozialethikvorlesung, für die ihr euch nach dem Neon-Magazin Schöne-Mädchen-schöne-Burschen-Prinzip zurecht gemacht habt, die Ungerechtigkeit der Welt zu verstehen.

Ich will euch euer Selbstbewusstsein austreiben. Ich will euch leiden, darben sehen. Mit eurem Lachen soll Schluss sein.

4.4.09 16:01



Kind 2.0 oder die Business-HJ








Hallo liebe Kinder!
Ich bin ein lieber Onkel aus der Pharmaindustrie. Das P spricht man wie ein F aus. Wenn ihr mal zu viel in der Gegend herumhüpft, oder der Papa oder die Mama mal traurig sind weil sie so viel arbeiten müssen und nie Zuhause sind, dann bekommt ihr Beruhigungsmittel von uns, die Mama und der Papa Psychopharmaka.

Diese Medikamente sind gut für euch alle. Eure Eltern sind nicht mehr so traurig wenn sie im Großraumbüro Excel Tabellen und Powerpoint Folien machen. Ich und die anderen Onkels von Novartis verdienen dabei auch ein bisschen Geld. Das Geld das wir daran verdienen, dass ihr liebe Kinder, die Mama und der Papa krank seid, legen wir auf eine Bank und Investieren es in Hedgefonds. Dadurch wird unser Geld mehr. Was das alles genau ist und wie das funktioniert, lernt ihr bald in einer Business School.
Sollte es reichen, dann schließen wir auch eine Forschungsanstalt, damit nicht zu viele Novartis Onkels bezahlt werden müssen. In Österreich z.B. haben wir die Novartis Forschung geschlossen, auch wenn die Onkels in den weißen Mänteln dort viele Medikamente erfunden haben, was uns viel Geld auf die Bank gebracht hat.
Das Geld brauchen wir aber um Werbung für unsere Medikamente zu machen, damit mehr Leute unsere bunten Zuckerln kaufen. In Amerika z.B., das ist weit hinter dem Meer, brauchen ganz viele Leute unsere weißen Zuckerln, damit die Leute nicht mehr so traurig sind. Aber dort sind die Leute sehr reich und können sich dann schöne Sachen kaufen, weil die Wirtschaft, so nennt man das, dort gut funktioniert.
Deswegen liebe Kinder, denkt daran, dass wenn ihr auch in der Wirtschaft Erfolg haben wollt, müsst ihr jetzt schon damit anfangen.
So wie beim Laufen im Turnunterricht, achtet darauf, dass ihr immer Erste seit und kommt mal einer nah ran und will euch überholen, dann stellt ihm ein Bein oder lasst ihn nicht abschreiben und sagt es der Frau Lehrer.

Solltet ihr mal Müde oder traurig sein, dann denkt immer daran, dass wir Onkels von Novartis immer passende bunte Zuckerl für euch haben, damit es euch wieder gut geht.

21.7.08 21:38



Die Wende


Schau bua, so mocht ma des




Ok, aller Anfang war schwer. Alles begann mit einer TV geprägten katholisch-österreichisch, bürgerlichen Mittelschichtskindheit. Recht früh schon fielen mir soziale Charakterunterschiede zwischen der Ex-Problemschule BRG Wien 16 und der NÖ Provinz auf.
Daraus entwickelte sich im Lauf der Jahre ein Mix aus Christlichsozial und Rot, also eine nicht näher bestimmbare Mir-alleswurscht-Liberalität. Diese formte sich in meinen Zwanzigern zu einer Linksliberalen (bzw. Linkslibertären) Denke, woraus sich eine gewisse Solidarität mit den Unterschichten ergab. Nie saß ich im Phil, im Prückl oder sonst wo in Boboville herum, sondern fühlte mich an Orten der Unterschicht, der Millennium City, im Donauplex wohler. Dem Bobo Mainstream anpassen? Je ferner die Umwelt meiner tatsächlichen Lebensumgebung, desto besser. Zusätzlich begann ich mit einem Mannschaftsport um einer Kopflastigkeit durch archaische Abläufe entgegenzuwirken. Die Wiener Hobbyeishockeyszene bietet dafür beste Bildungsferne Unterschichtsvoraussetzungen, ja für mich sogar noch besser: Auffällig viele aggressiv-autoritäre Charaktere umgaben mich plötzlich. Sehr gut, ich bin eine Insel.
Ja, so dachte ich.

Doch dann, die Wende.
Aus einer gewissen Strukturiertheit der Lebensumstände heraus ergab sich eine schrittweise Verschiebung dieser Ansichten:
Nachdem ich mich das x-te Mal von Schwachsinn (laut) redenden, rauchenden, in sich hineinschlingend-schmatzenden und nach Achselschweiß riechenden Zeitgenossen in meinem Müßiggang gestört fühlte,
nachdem ich das x-te Mal von einem Muskelshirt tragenden, Goldbehängten, Fitnesscenter gestählten Alphatier im Riesen BMW mit 2m Heckspoiler auf der Ottakringerstrasse als Radfahrer um ein Haar getötet wurde,
nachdem ich zum x-ten Mal einen der immergleichen Homo-, Xeno- oder sonst was phoben Witz in der Hockeykabine gehört hatte,
nachdem mir der, über verschiedene politische und soziale Lager hinweg gleiche Österreichische Common Sense bewusst wurde,
nachdem die Bildungsferne Mittelschichts Ö3-, News-, 88.6-, Krone Hit- und sonst was Welt von mir nicht mehr achselzuckend akzeptiert, sondern für böse gehalten wurde,
nachdem ich feststellte, dass es außer Ö1, bestimmten Verlagen und spärlich gesäten Feuilletons in Österreich eigentlich nichts mehr gibt, dass den liberal-intellektuellen bzw. jüdischen Geist des Österreich vor 1938 atmet,

begann mir ein Großteil der Menschen dieses Landes unsäglich auf die Nerven zu gehen.

31.5.08 20:00



Österreich, Niederösterreich und das Waldviertel im speziellen


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Die Dinge über den Kamm zu scheren und ein ganzes Bundesland bzw. Landstriche einer einheitlichen Mentalität zuzuordnen ist nicht nur falsch und gefährlich, sondern bedient auch dieselben Denkmuster, die es zu kritisieren gilt.
Dennoch muss man sich bestimmte Fragen stellen: Warum gerade ein Fall Kampusch und Fritzl in Niederösterreich? Wieso fand gerade ein Georg von Schönerer mit seiner „Alldeutschen“ Partei im Waldviertel um 1900 so großen Zuspruch und übte damit nachweislich starken Einfluss auf den jungen Hitler aus? Noch heute ist es selbstverständlich, dass nach 1945 geborene bei Treffen des Kameradschaftsbundes teilnehmen und dabei für die NÖN porträtiert werden.
Leitartikel wie der von Thomas Weber in „The Gap“ vom Februar 2008 mit Niederösterreich Schwerpunkt bringen weitere Aspekte ins Spiel:

„Insgesamt – wie über all sonst auch auf der Welt – ein Sumpf an überregional Bedeutungslosem, ist Niederösterreich zumindest in den traditionellen Medienkategorien gemessen ein Wasteland. Das hat Tradition, wie Gerhard Vogl und Hubert Wachter in ihrem (kultur)politischen Essay „Wer ist in Niederösterreich mächtig“ – beginnend bei Absolutismus und Feudalismus – schlüssig nacherzählen. Keine andere Gegend Österreichs ist derart dicht an Burgen, Klöstern und historischen Herrschaftssitzen durchsetzt wie Niederösterreich. Leibeigenschaft gab es hier noch als die Bauern in Tirol oder Vorarlberg längst frei über ihre Höfe verfügen konnten. Der Landadel kümmerte sich um seine Wald- und Feldwirtschaft, kaum aber um Industrie. „In Niederösterreich hat zudem die Gegenreformation radikaler als in anderen Bundesländern aufkeimende Ansätze einer geistigen Haltung der Aufklärung, einer gewissen Liberalität ausgebrannt. Daraus entstand das Orientieren nach oben und nicht nach vorne, die Angst vor Neuem, die falsche Sicherheit im Vertrautem (…), der Mangel an Selbstbewusstsein, unternehmerischer Initiative (…).“
Das klingt zwar weitaus drastischer als sich die Gegenwart eines wirtschaftlich weit über die Grenzen nach Osten blickenden Landes gestaltet, die Mentalität in manchen Teilen der Bevölkerung als aufgeklärt zu beschreiben wäre aber dennoch eine maßlose Übertreibung.“

Die „Erkrankung“ an Österreich, der Morbus Austriacus, ein bestimmter Ekel wird in der Literatur schon seit über 100 Jahren festgehalten. Es beginnt wahrscheinlich in seiner Explizität bei Karl Kraus und endet bei Andrea Maria Dusl mit die „Die österreichische Oberfläche“. Vergleicht man das „Österreichische Antlitz“ eines Karl Krausens, jener Horrorfratze bzw. –Maske hinter deren Gemütlichkeit das reine Böse steckt, mit der Visage eines Josef Fritzl, so braucht man nur in das Publikum der „Brieflos Show“ zu blicken, um diese Fratze mannigfach wiederzuerkennen. „Das österreichische Antlitz“, schrieb Kraus, „ist kein anderes als das des Wiener Henkers, der auf einer Ansichtskarte, die den toten Battisti zeigt, seine Tatzen über dem Haupt des Hingerichteten hält, ein triumphierender Ölgötze der befriedigten Gemütlichkeit, während sich grinsende Gesichter von Zivilisten und solchen, deren einziger Besitz die Ehre ist, dicht um den Leichnam drängen, damit sie nur ja alle auf die Ansichtskarte kommen.“

23.5.08 11:29


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